Die Parodontalerkrankungen stellen eine der meist verbreiteten Krankheiten in unserer Bevölkerung dar. Bei der Parodontitis, oft auch Parodontose genannt, entzündet sich der Zahnhalteapparat.  Von den in Deutschland betroffenen zwölf Millionen Menschen leiden etwa 50 % unter einer mittelschweren und 20 % unter einer schweren Parodontitis. Bei diesem akuten oder chronischen Entzündungsprozess kommt es zum Abbau von Knochen und Weichgewebe um den Zahn herum.

Die Parodontitis ist in der Regel eine sehr langsam fortschreitende Erkrankung, die in schweren Fällen -insbesondere unbehandelt- zu Zahnverlust führen kann. Neben Menge und Zusammensetzung der bakteriellen Beläge sind für die Geschwindigkeit der Progression verschiedene Einflüsse verantwortlich: Der allgemeine Gesundheitszustand, sein genetisch bestimmter Immunstatus, sowie Risikofaktoren wie Rauchen und Stress.

All diese Faktoren führen dazu, dass die Erkrankung in ganz unterschiedlichem Alter einsetzt und dann verschieden schnell verläuft. Aktuelle Studien belegen zudem, dass die Erreger aus dem Mund in die Blutbahn gelangen können, die Herzkranzgefäße verengen können und wohl auch das Risiko für chronische Lungenerkrankungen oder Arthritis erhöhen.

Bei zahnärztliche Kontrollen sollten regelmäßig spezielle Untersuchungen des Zahnhalteapparates durchgeführt werden, um möglichst frühzeitig eine Erkrankung diagnostizieren zu können.

Bei vorliegender Erkrankung wird mit Hilfe von konservativen, wenn nötig auch chirurgischen Maßnahmen die Entfernung der bakteriellen Ursache angestrebt, um  so eine Stabilisierung der Situation zu erreichen. Darüber hinaus ist es zu einem gewissen Grad möglich, verloren gegangenes Gewebe des Zahnhalteapparates zu regenerieren.

Um das Behandlungsergebnis langfristig zu stabilisieren, ist eine gute Mitarbeit des Patienten bei der häuslichen Mundhygiene, sowie eine regelmäßig durchgeführte zahnmedizinische Prophylaxe notwendig.